Vom Pionier der industriellen Bildverarbeitung zur Sensor-Manufaktur

20 Jahre opdi-tex

| Ein rundes Firmenjubiläum will gefeiert werden!

| Eresing – Heute vor 20 Jahren wurde die opdi-tex GmbH gegründet, am 17. Juli 2000. Und das feiern die Machine Vision Experten aus Eresing, wenn auch nur intern, da das große Fest zum 20-Jährigen leider Corona zum Opfer fiel. Und sie haben allen Grund dazu, denn lt. einer creditreform-Studie erreicht nur jede vierte Unternehmensgründung dieses Alter, über die Hälfte schaffen nicht mal 10 Jahre. Nicht so bei opdi-tex!

Firmenjubiläum 20 JAHRE opdi-tex GmbH

opdi-tex Geschäftsführer Karl-Ludwig Schinner

Aus dem Zwei-Mann-StartUp von damals ist die Sensor-Manufaktur geworden: ein zehnmal so großes, gesundes mittelständisches High-Tech-Unternehmen, das seit 20 Jahren erfolgreich Maschinen das Sehen beibringt. Mit den Augen von Maschinen vergleichbar, sind optoelektronische Sensoren nämlich das zentrale Sinnesorgan der modernen Industrie.

Für den Firmengrüder und Inhaber, Karl-Ludwig Schinner aus Dießen, werden „Innovationen in der deutschen Wirtschaft besonders durch den intelligenten und effizienten Einsatz von Sensoren angetrieben“.

Doch wie jedes Unternehmen seine Geschichte hat, so beginnt unsere bei Textil. Er hatte damals die Idee, die Inspektion der Ware dann zu machen, wenn der Fehler noch korrigierbar ist – direkt in der Webmaschine. Damit trifft er voll ins Schwarze und noch auf dem Weg zu einem der potenziellen Auftraggeber in der Schweiz, irgendwo zwischen Chur und Rüti fällt er eine Entscheidung. Es ist morgens, Cabrio, offenes Dach, Nebelschwaden lagen über dem See: „Wenn es heute einen Auftrag gibt, riskiere ich es“. Und er hatte Erfolg!

Pionier im Kamerabau seit 1986

Die Idee einer eigenen Firma gärt schon viel länger beim damaligen Entwicklungsleiter und Mitinhaber der opdix OptoElectronic GmbH in Geretsried, dessen Erfahrungsschatz im Bereich industrieller Bildverarbeitung bis ins Jahr 1986 zurück reicht. Seit dieser Zeit schon arbeitet er mit Laserscannern und CCD-Kameras an Materialien wie Textil, Stahl, Fotopapier, Film und CDs.

SK-2 von opdi-tex

Im Jahr der Weltausstellung EXPO 2000 ist es endlich soweit. K.L.Schinner verkauft seine opdix-Anteile und gründet die opdi-tex GmbH, endlich ganz unter eigener Regie. Neun Monate und unzählige Business-Pläne hatte es davor gebraucht, bis die Risikokapitalgeber überzeugt waren. Auch das persönliche finanzielle Risiko galt es zu stemmen als zweifacher Familienvater mit Ende dreißig und die Kinder noch klein. Zu dieser Zeit ist ihm sein Vater, selbst auch Unternehmer, ein wichtiger Berater. Über die Aktivsenioren lernt er einen weiteren maßgeblichen Wegbegleiter kennen. Die beiden folgenden Zitate sind bezeichnend, und stammen von jenem Herrn, einem wahren Kenner der Textilbranche.

Aus „So, Sie sind der Verrückte, der im Textil Geld verdienen will,“ wurde nachdem sie sich besser kennengelernt hatten: „Die Kunden haben Interesse. So ein Gerät gibt es nicht, wäre aber interessant. Wenn es einer schafft, dann Sie, Herr Schinner!“ Und er wagt den Schritt in die Selbständigkeit und aus Beratern werden über die Jahre Freunde.

Technologie entwickeln will gelernt sein

In der Anfangszeit von opdi-tex musste der frischgebackene Unternehmer miterleben, wie jener Großkonzern in der Schweiz mit der flexiblen Weiterentwicklung seiner Technologie überfordert zu sein schien und so Innovationen in der Versenkung verschwinden. Genau hier liegt die Stärke der Sensor-Manufaktur opdi-tex.

Die Machine Vision Pioniere von damals haben sich auf die Fahne geschrieben, immer technologisch anspruchsvolle Bildverarbeitungslösungen, optimal angepasst für ihre Auftraggeber in der Maschinenbauindustrie zu entwickeln. „Wir versorgen Industrieunternehmen mit Hochtechnologie und helfen ihnen dabei in ihrem Markt Marktführer zu bleiben“, so K.L.Schinner. Denn ohne Machine Vision kein Industrie 4.0!

Über die Jahre haben sich daraus nachhaltige Technologiepartnerschaften entwickelt, die weit über eine verlängerte Werkbank hinausgehen. Denn um so frühzeitig in die Entwicklung als Hochtechnologie-Lieferant eingebunden zu werden, bedarf es sehr großen Vertrauens und einer verlässlichen langjährigen Expertise in dieser Schlüsseltechnologie der modernen Industrie.

Hidden Champions aus Eresing

2000 Kamerasysteme von opdi-tex sind weltweit erfolgreich im Einsatz
Weltweit sind über 2000 Kamerasysteme von opdi-tex im Einsatz.

Dieses Vertrauen danken wir unseren Kunden wiederum mit einer Exklusivität für die jeweilige Branche. Deshalb finden Sie auf unseren Produkten, selbst wenn Sie Maschinen von Marktführern betrachten, die wir beliefern, nicht einmal unseren Namen. Und während wir nur europaweit liefern, verbringen unsere Auftraggeber ihre Maschinen weltweit. Von Neuseeland bis Alaska, und von Amerika bis Japan sind so über 2000 unserer Kamerasysteme im 365-7-24 Modus erfolgreich im Einsatz und halten Großunternehmen damit am Laufen. 

So wäre es nicht verwunderlich, wenn Sie noch nie etwas von opdi-tex gehört haben, dennoch könnten Sie schon indirekt mit uns in Kontakt gekommen sein. Nämlich durch Produkte, die mit Hilfe unserer Sensoren verpackt, sortiert, ausgerichtet oder gefertigt wurden. Mehr als die Hälfte der Kekse werden zum Verpacken von unseren Kamerasystemen gescannt. Oder auch bei Ihrem Auto, dessen Kotflügel mit Hilfe unserer Scanner richtig in die Pressen gelegt wurden. Oder Ihrem Haus, um Dachziegel zu ganzen Dächern zu konfektionieren.

Carbonfilamente: schwarz, glänzend, und bis zu 1000 Fäden parallel – die Herausforderung für zuverlässige Qualitätssicherung.
Carbonfilamente: schwarz, glänzend, und bis zu 1000 Fäden parallel – die Herausforderung für zuverlässige Qualitätssicherung.

Oder auch Stoffen, um diese damit akkurat am Muster entlang in Streifen zu schneiden. Ob bei Textil oder Keksen, Carbon, Glas oder Metall, wir können unterschiedlichste Oberflächen inspizieren. So werden Produktionsfehler rechtzeitig erkannt, Ausschuss vermieden und Ressourcen geschont. Und das bei gesteigerter Effizienz und 100% dokumentierter Qualität. Auch Parkplätze an e-Ladesäulen lassen sich so per Künstlicher Intelligenz (KI) kontrollieren, wie aktuell bei einem Projekt in Landsberg am IMS (Industrial Maker Space am Penziger Feld).

Eine Kundenanfrage aus dem Jahr 2002 lautete beispielsweise: „Könnt ihr einen Durchlichtscanner bauen, der von oben auf unsere Produkte schaut?“ Ja, wir können!

3D Stereo-Kamera by opdi-tex
Stereo-Kamerakopf für leistungsfähige 3D-Betrachtungen von opdi-tex

Unsere Industriekameras erfassen auf Fließbändern Produkte, wie beispielsweise 5000 Kekse in der Minute, zur Lage- & Qualitäts-bestimmung. Gute Produkte übergeben wir dann an Roboter, die weiter sortieren und verpacken. Um gut sehen zu können, benötigt man Licht, die optimale Optik und eine oder mehrere angepasste Kameras, plus passenden Rechner/Hardware und eine daraufhin abgestimmte Erfassungs- und Auswertesoftware samt webbasierter Schnittstelle zur Maschine.

Allein bei der Firm- und Software sind Technologien wie Linux und System on a Chip gefragt, programmierbare Gatearrays, Tensorflow, KI und verteilte Intelligenz. Komplexe Bildverarbeitung ist für uns Standard und bei optimaler Abstimmung aller Komponenten können Maschinen dadurch immer besser und schneller sehen.

Regional verwurzelt & nachhaltig

Nachdem wir all dies komplett im Hause opdi-tex entwickeln, arbeiten wir für die Serienfertigung eng mit regionalen Firmen zusammen. Diese Partner bauen für uns Gehäuse und Mechaniken (>>FWTA, Waal), bestücken Platinen nach unserem Design (>>Axon, Inning), oder fertigen passende Frontplatten und Abdeckungen aus Acryl (>>Enggruber, Germering). Alles sehr anspruchsvolle Teile, teilweise auf dem Feinheitsgrad von Mobiltelefonen.

Anfahrt zu opdi-tex nach Eresing: 5 Minuten von A96Eresing im Landkreis Landsberg a. LechGanz in deren Nähe, in Gilching, war übrigens auch unser erster Firmensitz. Doch um dem ewigen Pendlerstau nach München zu entgehen und der gesteigerten Nachfrage wegen, machten wir uns nach 7 Jahren auf die Suche nach einem neuen, größeren Standort. Einem, der sowohl per Bahn als auch Auto für die Mitarbeiter gut erreichbar ist. Die Wahl fällt ganz bewusst auf Eresing.

 

opdi-tex_ladepunkt_wallbeDenn Nachhaltigkeit zieht sich wie ein roter Faden durch opdi-tex. Hier im Gewerbegebiet werden wir zentral per Hackschnitzelanlage mit Wärme versorgt und produzieren tagsüber 70% unseres Strombedarfs über die hauseigene PV-Anlage. „Eigene Sonne“, mit der wir auch unsere E-Autos betanken.

Deshalb sind uns auch langlebige, wartungsarme Produkte sehr wichtig, die darauf ausgelegt sind, updatefähig „mitzuwachsen“. Noch heute sind über 90% der vor 10 Jahren gebauten Geräte zuverlässig in Betrieb und ältere teils schon in 7. Generation. So können auch wir als Mittelständler aktiv dazu beitragen, unseren energetischen Fußabdruck so klein wie möglich zu halten.

Gut vorgesorgt für die Zukunft

opdi-tex Scanner bei der Verpackung von LebensmittelnMit unseren optimal integrierbaren Machine Vision Lösungen gehören wir inzwischen zu den Hidden Champions der Bildverarbeitungsbranche. Heute sind die Hauptmärkte unserer optischen Inspektionssysteme für Verpackungs- und Bearbeitungsmaschinen im Bereich Lebensmittel, Fahrzeugproduktion, Textilherstellung und Verkehr.

Als Technologielieferant für die Maschinenbauindustrie hängt opdi-tex zwar stark von den globalen Entwicklungen ab. Dennoch haben wir Corona durch >>nachhaltiges Risikomanagement bisher ohne Kurzarbeit überstanden. Dies zeigt, wie solide wir als innovativer Mittelständler aufgestellt sind.

Hier macht sich auch die vorausschauende, fast familiäre Fürsorge des Inhabers bezahlt, die von der Belegschaft sehr geschätzt wird. Einem Team, altersmäßig bunt gemischt, vom Azubi bis zum alten Hasen im Schnitt 38 Jahre, wie übrigens der opdi-tex Chef bei seiner Firmengründung.

Nachwuchsschmiede mit StartUp-Feeling

3 Generationen Azubis
3 Generationen Azubis mit Ausbilder (li.)

Als Ausbildungsbetrieb sorgen wir erfolgreich für >>eigenen Fachkräftenachwuchs. 50% der Belegschaft wurden hier ausgebildet oder haben schon während des Studiums opdi-tex entdeckt, was den >>regen Austausch mit den technischen Fakultäten im ganzen Freistaat zeigt. Bei opdi-tex hat sich dieses gewisse Start-Up-Feeling erhalten, trotz 20 Jahren Sensor-Manufaktur.

Damit auch in den nächsten 20 Jahren opdi-tex für Hochtechnologie vom Ammersee seht, hat der Firmengründer bereits begonnen ein Nachfolgeteam aufzubauen. Wenn auch bis zu seiner Übergabe, jetzt 58, noch einige Jahre ins Land ziehen, entstehen so Entwicklungsmöglichkeiten für seine Mitarbeiter im Unternehmen zu wachsen und die gemeinsame Vision proaktiv mitzugestalten. 

Laut anfangs zitierter Studie nämlich haben Unternehmen, die die ersten 20 Jahre geschafft haben, sehr gute Aussichten für die nächsten 2 Jahrzehnte!

"Auf dass bei opdi-tex in der Sensor-Manufaktur noch viele außergewöhnliche Lösungen im Bereich Qualitätskontrolle und Fertigungssteuerung entwickelt werden!"
20 Jahre opdi-tex
Auf die nächsten Zwanzig Jahre!
opdi-tex | Wir bringen Maschinen das Sehen bei